Flexible ambulante Einzelfallhilfe

Zuordnung des Angebotes

  • Hilfen zur Erziehung
  • Flexible ambulante Einzelbetreuung

Allgemeine Beschreibung der Hilfeform

Flexible ambulante Einzelbetreuung ist ein für den Einzelfall organisiertes Jugendhilfeangebot. Es realisiert eine individuelle, dem Bedarf entsprechende Hilfe, die flexibel den Entwicklungen und Entscheidungen der Klienten und der anderen Beteiligten angepasst wird. Die Betreuung zielt auf eine akute und längerfristige Problemlösung, setzt auf die Stärkung vorhandener Ressourcen und bindet das Lebensumfeld der zu Betreuenden mit ein. Vor Ort werden alle notwendigen erzieherischen Hilfeformen angeboten und realisiert oder prozesshaft entwickelt. Flexible ambulante Einzelbetreuung bezieht auch die aufsuchende Arbeit und die niederschwelligen Angebote mit ein. Flexible ambulante Einzelbetreuung kann auch andere teilstationäre und stationäre Hilfeformen ergänzen. Wichtigstes Medium im Betreuungsprozess ist die Persönlichkeit des Betreuers und sein exklusives Beziehungsangebot an den Klienten. Dies impliziert große Sorgfalt bei der Auswahl eines Betreuers, um unnötige Reibungsverluste im Betreuungssetting schon im Vorfeld zu minimieren. Im Hilfeplanverfahren werden die Ziele, die Arbeitsaufträge und der daraus resultierende Betreuungsumfang unter Beteiligung des zuständigen Jugendamtes vereinbart. Der Betreuungsumfang wird in der Regel in Fachleistungsstunden pro Woche (bzw. in Stundenkontingente pro Monat/Quartal) festgelegt und in der Fortschreibung entsprechend der Bedarfsentwicklung und der neu festgelegten Ziele und Arbeitsaufträge angepasst. Die Betreuung wird in der Regel über Fachleistungsstundensätze refinanziert. Die materielle Versorgung der Klienten, auch die mit Wohnraum, wird zusätzlich in Rechnung gestellt. Auch die Finanzierung über Pauschalen (z.B. Taschengeld, Bekleidungsbeihilfe, Hilfe zum Lebensunterhalt, …) ist möglich.

Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen

Die Flexible ambulante Einzelbetreuung unterstützt, berät und begleitet Familien, Jugendliche und junge Volljährige bei:

  • dem Aufbau und der Förderung von Beziehungsfähigkeit
  • der Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern bzw. Sorgeberechtigten
  • der Bewältigung familiärer und persönlicher Krisen
  • dem sozialverantwortlichen Umgang mit Konflikten und Rechtsnormen
  • der Versorgung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • der Gestaltung der familiären oder persönlichen Wohnsituation
  • der Planung und Realisierung von schulischer und/oder beruflicher (Re)Integration
  • finanziellen Fragen und der Sicherstellung sozialrechtlicher Ansprüche
  • der aktiven Freizeitgestaltung
  • der Begleitung und Betreuung in der eigenen Wohnung im Sinne des Sozialpädagogisch Betreuten Wohnens
  • Dazu werden folgende allgemeine Leistungen zur Verfügung gestellt:
  • psychosoziale Prozeßdiagnostik, Hilfeplanung und Zusammenarbeit mit allen Fallbeteiligten, insbesondere den
  • zuständigen Fallverantwortlichen Mitarbeitern des jeweiligen Jugendamtes
  • Vernetzung mit Formen anderer Hilfeangebote unter Beibehaltung der Beziehungskontinuität
  • alle notwendigen Verwaltungsarbeiten
  • Erreichbarkeit von Ansprechpartnern zu festen und besonders vereinbarten Zeiten, im Einzelfall auch „Rund um die Uhr“.