Mensch- & Leitbild

Die Menschen da abholen, wo sie stehen. Dieser Devise Sozialer Arbeit aus dem Konzept der Lebensweltorientierung folgt der freie Träger Orientierung.

〉Menschenrechte und Demokratie

Die Dienstleistungsangebote dienen dem Zusammenleben aller Menschen im Kontext der allgemeinen Menschenrechte und der Demokratie. Weltoffenheit, Pluralität, Akzeptanz, Allparteilichkeit und Anerkennungshandeln sind die Leitgedanken für kompetente und adressatenzugewandte Leistungserbringung. Es geht um Entwicklungschancen und Anerkennung von Unterschieden, verbunden mit der Suche nach Berührungspunkte.

〉Interkulturalität als ein Kontinuum im Dazwischen und in Übergangsphasen

Der Kultursensible Jugendhilfeanbieter Orientierung betrachtet Kultur als ein Orientierungssystem jedes einzelnen in seiner persönlichen Lebenswelt. Kultur ist nicht statisch, sondern ein reflexiver, dynamischer Arbeitsbegriff. Orientierung versteht seine Funktion, neben der sozialpädagogischen und alltagspraktischen Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern, u.a. darin, als Mittlerin zwischen verschiedenen Lebenswelten und unterschiedlichen Systemen tätig zu werden. Soziales wird nicht in kulturellen Unterschiede beschrieben, um Stereotypen ethnischer Polarisierungen vorzubeugen. Kultur ist ein reflexiver, dynamischer Arbeitsbegriff für kultursensibles Handeln in einem Raum des Dazwischen und eröffnet in Lebensphasen kultureller Übergänge Lösungsperspektiven.

Orientierung arbeitet auf der Basis einer subjektorientierten Sozialarbeit. Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierungen sind verschiedengleiche Mitglieder der Gesellschaft; kulturell verschieden und als Rechtssubjekte gleich. Eine sokratische Haltung des ‚Erkenne dich selbst, gestehe dir deine Unkenntnis ein’ als Umgang mit Nichtwissen und Handeln im Ungewissen, verbunden mit der Freude und Neugier an Neuem, ist grundsätzlich bedeutsam.

〉Migration als lebensweltliches Handlungsmuster

Migration findet gewollt und nicht gewollt, freiwillig und unfreiwillig statt. In jedem Fall beinhaltet Migration das Verlassen des ursprünglichen Sozialraumes. Der lebensweltliche Kontext erkennt den Menschen mit seiner Migrationserfahrung, seinen kulturellen „Prägungen“ und Zugehörigkeiten an. Gleichzeitig werden diese aber nicht nach den eigenen Maßstäben und Sichtweisen bewertet. Orientierung geht davon aus, dass sich jeder Mensch auch neue Zugehörigkeiten und Sichtweisen erschaffen kann.

〉Integration und Inklusion unterscheiden

Das Menschenrecht auf Bildung und Partizipation ist der Ausdruck der Inklusionsidee. Die Pluralisierung der Lebenswelten ist eine Realität. Die damit verbundenen Differenzen zu reflektieren, diese Herausforderung nimmt Orientierung gern an.

Das Verständnis von Inklusion beinhaltet den Einbezug aller Bürgerinnen und Bürger in die öffentlichen Funktionssysteme (Soziales, Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Politik, Religion, Kunst etc.) der Gesellschaft. Orientierung unterscheidet, dass Menschen sich in ihre höchst kulturell differenten Lebenswelten integrieren und in die Funktionssysteme der Gesellschaft inkludieren.

Das Interesse von Orientierung zielt darauf, Vielfalt als gerechte Partizipation an und in den Funktionsbereichen der Gesellschaft zu verwirklichen. Orientierung ist aktiv in der lebensweltlichen Integration (interkulturelle Kompetenz) und funktionssystemischer Inklusion (interkulturelle Öffnung).

〉Diversity im Lebensumfeld

Die vielseitige Orientierung der Menschen wird ressourcenorientiert als Reichtum und die erfahrbaren Unterschiede (Alter, Geschlecht, Körperlichkeit, Kultursensibilität, sexuelle Orientierung und Weltanschauung) werden lösungsorientiert als Chancen für gelebte Pluralität betrachtet.

〉Kommunikation als Basisqualifikation

Alle Menschen weisen ihnen eigene Ressourcen und Selbsthilfepotenziale auf. Orientierung sieht Sozialarbeit als Kommunikationsberuf. Die Fachkräfte tragen dazu bei, dass Leistungsempfänger/innen ihre Wirkungsfähigkeiten aktivieren und entfalten. Die persönlichen, halb- bzw. unbewussten Wirkungsfähigkeiten der Menschen werden erkannt, besprochen und bewusst gemacht. Wirkungsfähigkeiten werden zu Ressourcen: Quelle positiver Fähig- und Fertigkeiten, über die sich die Person bewusst ist und die sie für sich einsetzen kann.

〉Lernende Organisation

Auf der Basis der Randbedingungen von Qualität – gesetzliche Vorgaben, Ziele von Orientierung und Kundenerwartungen– gestaltet Orientierung seinen fortlaufenden Verbesserungsprozess. Anforderungen der Dienstleistungserbringung werden mit den Kapazitäten und Stärken der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters abgestimmt. Orientierung praktiziert eine Personalentwicklung, die Beschäftigungsfähigkeit fördert ohne hierarchischen Aufstieg in den Mittelpunkt zu stellen.